Siemens Energy verzeichnet hohe Kursverluste und setzt den DAX unter Druck
Einleitung
Am Donnerstag wurden die Aktien von Siemens Energy und deren Muttergesellschaft Siemens von hohen Kursverlusten beeinflusst, was zu einer Abwärtsbewegung des DAX führte. Die Siemens Energy-Aktien brachen nach der Berichterstattung über Verhandlungen mit dem Bund über staatliche Bürgschaften für Kredite um mehr als 30 Prozent ein. Dadurch fielen die Aktien auf den niedrigsten Stand seit dem Börsengang vor drei Jahren. Die Siemens-Aktien verloren daraufhin ebenfalls 4,4 Prozent. Die Kursverluste belasten den DAX besonders stark, da der Siemens-Konzern ein Schwergewicht im Index ist.
Siemens Energy sucht nach Maßnahmen zur Stärkung der Bilanz
Siemens Energy gab bekannt, derzeit verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der Bilanz zu prüfen. Dafür führt das Unternehmen Gespräche mit der Bundesregierung und Banken. Laut einem Bericht der “Wirtschaftswoche” verhandelt Siemens Energy mit dem Bund über staatliche Bürgschaften für Kredite in Höhe von bis zu 15 Milliarden Euro. Diese Verhandlungen haben zu Spekulationen und Unsicherheit an den Märkten geführt, was einen erheblichen Kurseinbruch der Aktien zur Folge hatte.
Auswirkungen auf den DAX und den deutschen Aktienmarkt
Die Kurse am deutschen Aktienmarkt gaben bereits im frühen Handel deutlich nach. Händler und Analysten führen dies auf die hartnäckig hohen Renditen von US-Staatsanleihen sowie auf hohe Kursverluste an der US-Technologiebörse Nasdaq am Vortag zurück. Viele US-Technologietitel gelten als hoch bewertet und sind daher besonders anfällig für steigende Zinsen an den Kapitalmärkten. Diese Entwicklung könnte sich auch an diesem Donnerstag weiter fortsetzen.
Kursverluste bei Mercedes-Benz und Rheinmetall
Abgesehen von Siemens Energy und Siemens verzeichneten auch andere Unternehmen im DAX Kursverluste. Beispielsweise fielen die Aktien von Mercedes-Benz um 5,8 Prozent. Das Unternehmen wird wegen der harten Konkurrenz im Autogeschäft vorsichtiger mit der Prognose für das Gesamtjahr. Dagegen legten die Aktien von Rheinmetall um 2,7 Prozent zu. Der Industriekonzern profitierte erneut vom Geschäft mit Waffen und Munition.
Kursverluste in der Chip-Branche
In der Chip-Branche gab es schlechte Nachrichten, die den Kurs des Chip-Zulieferers Süss Microtec um 12 Prozent einbrechen ließen. Das Unternehmen gab eine vorsichtigere Jahresprognose bekannt, was zu Verunsicherung bei den Anlegern führte. Im Gegensatz dazu legte der Wafer-Hersteller Siltronic um 3,2 Prozent zu, gestützt durch positive Aussagen zur Profitabilität.
Weitere Einzeltitel im Blickpunkt
Im MDax verzeichnete Aixtron anfängliche Verluste, konnte diese aber wieder aufholen. Der Ausrüster für die Chip-Branche erreichte im dritten Quartal nicht die erwartete Profitabilität. Beim Logistikdienstleister Kion enttäuschte der Nettogewinn im dritten Quartal, was zu einem Kursverlust von 3,7 Prozent führte. Auch der Versender von Kochboxen, Hellofresh, musste einen Kursrückgang von 11 Prozent hinnehmen, nachdem die Kundenzahlen im dritten Quartal enttäuschten. Dagegen lief es für den Elektronikhändler Ceconomy besser als erwartet und der Kurs stieg um 2,5 Prozent.
Europäische Zentralbank (EZB) wird voraussichtlich die Leitzinsen nicht weiter erhöhen
Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Leitzinsen könnte weitere Akzente setzen. Marktbeobachter gehen mehrheitlich davon aus, dass es nach den letzten zehn Zinserhöhungen nun zu keiner weiteren Anhebung kommen wird. Der Inflationsdruck hat nachgelassen und die Konjunktur schwächelt. Die EZB wird voraussichtlich eine abwartende Haltung einnehmen und keine weiteren Zinserhöhungen vornehmen.
Fazit und Ausblick
Die Aktien von Siemens Energy haben zu hohen Kursverlusten geführt und den DAX unter Druck gesetzt. Die Verhandlungen des Unternehmens mit der Bundesregierung über staatliche Bürgschaften für Kredite haben zu Unsicherheit an den Märkten geführt. Die Kurse an den deutschen Aktienmärkten haben auch unter den hartnäckig hohen Renditen von US-Staatsanleihen und den Kursverlusten an der US-Technologiebörse Nasdaq gelitten. Die Entscheidung der EZB über die Leitzinsen wird weitere Akzente setzen. Es wird erwartet, dass es vorerst zu keiner weiteren Anhebung kommt, da der Inflationsdruck nachgelassen hat und die Konjunktur schwächelt. Anleger sollten die Entwicklungen aufmerksam verfolgen und ihre Anlagestrategie entsprechend anpassen.
<< photo by Sophie Backes >>
Das Bild dient nur zur Veranschaulichung und stellt nicht die tatsächliche Situation dar.
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