Dammbruch bei Cherson: Was wir wissen
Einleitung
Am 6. Juni 2023 brach der Kachowka-Staudamm am Fluss Dnipro bei Cherson, nahe der Front im südlichen Teil der Ukraine – dem von Russland besetzten Gebiet – ein. Die Kriegsparteien, Kiew und Moskau, machen sich gegenseitig für die Zerstörung des Staudamms verantwortlich. Rund 600 Häuser sind bereits überflutet, und es wird befürchtet, dass sich weitere schwere Überschwemmungen ereignen werden. Die Zukunft des Atomkraftwerks Saporischschja ist auch eine Sorge. In diesem Artikel werden wir diskutieren, was bisher bekannt ist, welche Folgen der Dammbruch haben könnte und welche Bedeutung der Fall möglicherweise in Bezug auf den Krieg in der Ukraine hat.
Was ist passiert?
Der Kachowka-Staudamm am Fluss Dnipro bei Cherson wurde nach Angaben beider Konfliktparteien durch einen Angriff stark beschädigt. Der Damm ist gebrochen, und das angrenzende Wasserkraftwerk wurde zerstört. Der von Russland eingesetzte Bürgermeister Wladimir Leontjew erklärte im russischen Staatsfernsehen, dass das Kraftwerk nicht mehr repariert werden könne und vor einem totalen Kollaps stehe. Der ukrainische Betreiber der Anlage sprach von vollständiger Zerstörung.
Welche Folgen hat der Dammbruch?
Infolge des Dammbruchs sind rund 600 Häuser überflutet, und die Stadt Nowa Kachowka steht unter Wasser. Das russische Besatzungsregime rief für Nowa Kachowka den Notstand aus. Nach Angaben ukrainischer Behörden besteht in der “kritischen Zone” rund um die Anlage nahe der Stadt Nowa Kachowka eine Einwohnerzahl von etwa 16.000 Menschen. EU-Ratspräsident Charles Michel bezeichnete den Vorfall als eine Katastrophe. Die Folgen des Dammbruchs können weiter reichen, da befürchtet wird, dass sich weitere schwere Überschwemmungen ereignen werden, und die Evakuierungsmaßnahmen erhöht werden müssen.
Ist das AKW Saporischschja in Gefahr?
Laut der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) bestand zunächst keine unmittelbare Gefahr für das nordöstlich, ebenfalls am Fluss Dnipro, gelegenes Atomkraftwerk Saporischschja – dem größten in Europa. Der Betreiber Energoatom bezeichnete die Lage ebenfalls als nicht kritisch. Ein Absinken des Pegelstandes im Stausee, der das Werk mit Kühlwasser versorgt, werde sich nicht auf den Wasserstand in den Abklingbecken des Kraftwerkes auswirken, in denen die abgebrannten Brennelemente lagern. Auch ein Sprecher des russischen Atomkonzerns Rosenergoatom sagte, dass das AKW nicht betroffen sei.
Gibt es eine neue Dimension des Krieges in der Ukraine?
Der Vorfall hat sicherlich Auswirkungen auf den laufenden Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Die Konfliktparteien machen sich gegenseitig verantwortlich und werfen sich “Kriegsverbrechen” vor. Der ukrainische Präsident Selenskyj sprach von “Terror”. Der Vorfall zeigt auch die strategische Bedeutung des Kachowka-Staudamms im Kriegsgebiet. Russland hatte im Verlauf seines Angriffs das Gebiet Cherson besetzt, und die Ukraine befürchtete immer wieder mögliche Sabotageakte der Besatzer.
Was sagen Kiew und Moskau zur Ursache?
Die Konfliktparteien vertreten unterschiedliche Meinungen darüber, wie es zum Dammbruch kam. Präsident Selenskyj und die Ukraine bezeichnen es als “Terror” und vermuten, dass der Damm vom Feind gesprengt wurde. Der russische Regimevertreter Saldo hingegen macht die ukrainische Regierung dafür verantwortlich und wirft ihr vor, vom Scheitern ihrer Gegenoffensive ablenken zu wollen.
Fazit und Empfehlungen
Der Dammbruch beim Kachowka-Staudamm in der Ukraine hat schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung sowie die Umgebung der Anlage. Der Vorfall hat jedoch auch Auswirkungen auf den laufenden Konflikt in der Region und zeigt die strategische Bedeutung des Kriegsgebiets. Die internationale Gemeinschaft sollte eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls durchführen, um die Ursache des Dammbruchs zu klären und um sicherzustellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist wichtig, dass die betroffenen Gemeinden in der Ukraine und insbesondere die evakuierten Bewohner unterstützt werden, um die derzeitige humanitäre Situation zu verbessern.
<< photo by Tina Hartung >>
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