Phase zwei hat begonnen: Hertha BSC liebäugelt wieder mit dem Aufstieg
Zweite Liga als Chance
Die letzten Auftritte von Hertha BSC haben die Zuversicht geweckt, dass in dieser Saison noch etwas möglich ist. Die Berliner sind optimistisch geworden und bereits am Überlegen, ob der Aufstieg doch noch gelingen könnte. Trainer Pal Dardai hat die Zweite Liga in den höchsten Tönen gelobt und mit Begeisterung von den vielen Traditionsklubs, den Stadien und dem Fußball gesprochen. Er sieht die Zweite Liga als eine “wunderschöne Welt” an, in der die Spiele von der Kulisse und der Stimmung her denen der Bundesliga gleichen.
Es könnte vielleicht dahingehend interpretiert werden, dass Dardai versucht hat, die Existenz in der Unterklassigkeit schönzureden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Noch vor Kurzem hatte der Trainer öffentlich darüber gesprochen, dass sich Hertha möglicherweise mit einer längeren Verweildauer in der Zweiten Liga abfinden müsse, womöglich zwei, drei oder sogar vier Jahre. Doch mittlerweile betrachtet man bei Hertha auch wieder den besten Fall: sofortiger Wiederaufstieg, ähnlich wie nach den beiden letzten Abstiegen in den Jahren 2010 und 2012.
Veränderte Voraussetzungen
Im Sommer empfand Dardai das Gerede vom Aufstieg noch als vereinsschädigend. Er fand, dass von außen unrealistische Erwartungen geschürt wurden, denen Hertha nicht gerecht werden könnte. Er warf den Medien Negativität und Schadenfreude vor. Doch die Voraussetzungen haben sich mittlerweile geändert. Hertha hat jetzt einen Kader, der in der Zweiten Liga mehr als konkurrenzfähig ist, und das Team ist auch zusammengewachsen. Dardai meint, dass sie nun eine Mannschaft haben, die viel weiter in Bezug auf Teamgeist und taktische Disziplin ist. Die Ergebnisse stimmen ebenfalls. Nach einem schwierigen Start hat Hertha das Handicap von drei Niederlagen ohne ein einziges Tor mittlerweile weitgehend kompensiert. Somit liebäugeln sie nun tatsächlich wieder mit dem Aufstieg.
Dardai hat kürzlich verkündet, dass es durchaus möglich ist, dass sie zu Weihnachten auf dem vierten, fünften oder sechsten Platz sein könnten und am Ende des Tunnels ein kleines Licht des Aufstiegs sehen können. Der erste Teil der Saison ist vorbei und für Hertha beginnt nun die Phase zwei. Sportdirektor Benjamin Weber gibt an, dass die Leistung der letzten Wochen und die letzten vier Spiele Anlass zu einer gewissen Zuversicht geben. Von den vier Spielen vor der Länderspielpause hat Hertha drei gewonnen und nur gegen St. Pauli verloren, die derzeitige Übermannschaft der Liga.
Die Herausforderungen der Zweiten Liga
Auch wenn Hertha sich auf einem guten Weg befindet, wird der Aufstieg kein Selbstläufer. Fabian Reese, Offensivspieler bei Hertha, sagt, dass in der Zweiten Liga keine Mannschaft einfach so durchmarschiert und sie jedes Wochenende ihre Hausaufgaben machen müssen, um zu sehen, wo sie im Winter stehen werden. Die Liga wirkt bisher extrem ausgeglichen, mit zehn bis zwölf Mannschaften, die ähnlich gut organisiert und von ähnlicher Qualität sind. Es liegen lediglich drei Punkte zwischen dem fünften und dem 13. Platz. Hertha hat bisher 12 Punkte, genau wie der 1. FC Nürnberg, gegen den sie am nächsten Spieltag antreten werden.
Eine Art Pokalspiel
Herausforderungen erwarten Hertha auch im Spiel gegen Nürnberg. Pal Dardai sieht mittlerweile, dass egal wo Hertha auftritt, es zu einer Art Pokalspiel wird. Jeder will sie jagen und schlagen. Das mag zwar einen gewissen Respekt bedeuten, aber Hertha ist vorbereitet und hat sich darauf eingestellt. Bis zur nächsten Länderspielpause im November stehen noch vier Ligaspiele an und das Team weiß, wie viele Punkte Dardai aus diesen Spielen erwartet. Wenn sie ihre Aufgaben gut machen, werden alle glücklich sein. Ansonsten werden sie irgendwo im Niemandsland sein.
<< photo by Mizuno K >>
Das Bild dient nur zur Veranschaulichung und stellt nicht die tatsächliche Situation dar.
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