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Die Wahrheit hinter den Kulissen: Reinhold Beckmann enthüllt in seinem Buch die Geheimnisse seiner Karriere und das Leben nach dem Fernsehen

Die Wahrheit hinter den Kulissen: Reinhold Beckmann enthüllt in seinem Buch die Geheimnisse seiner Karriere und das Leben nach dem Fernsehen

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Reinhold Beckmann schreibt Buch über seine Mutter: “Aenne und ihre Brüder”

Ein außergewöhnliches Schicksal

Der bekannte TV-Moderator und Journalist Reinhold Beckmann hat ein bewegendes Buch mit dem Titel “Aenne und ihre Brüder” veröffentlicht, in dem er die Geschichte seiner Mutter erzählt. Das Buch handelt von Armut und frühen Todesfällen, die das Leben der Schusterfamilie Haber prägten. Nach dem Tod von Aennes Mutter wurde sie von einer ebenso tüchtigen wie strengen Stiefmutter aufgezogen. Ihr Vater starb nur wenige Jahre später an den Folgen einer nicht ausgeheilten Kriegsverletzung, und bald darauf gab es einen neuen Stiefvater. Trotz dieser schwierigen und wenig herzlichen Verhältnisse wurden die Geschwister durch ihre gemeinsamen Erfahrungen eng miteinander verbunden – bis der Krieg sie trennte. Die drei ältesten Brüder starben während des Russlandfeldzugs, der jüngste Bruder im Alter von nur 17 Jahren beim “Volkssturm” in Hessen.

Eine persönliche Recherche

In einem Interview wird Beckmann gefragt, ob er bereits bei seinem Auftritt im Bundestag vor zwei Jahren an dem Buch gearbeitet habe. Beckmann antwortet, dass er schon lange vorhatte, das Buch zu schreiben, aber nach seinem Auftritt im Bundestag ermutigt wurde, es tatsächlich in Angriff zu nehmen. Er hat Monate damit verbracht, zu recherchieren, darunter das Studium von Aufzeichnungen von Gesprächen, die er mit seiner Mutter geführt hatte, sowie Feldpostbriefen seiner Brüder. Er fuhr auch in den Heimatort seiner Mutter, Wellingholzhausen, um dort nach Dokumenten zu suchen und sich mit älteren Menschen und lokalen Historikern zu treffen, die ihm Geschichten erzählten, die er noch nicht kannte. Diese Vorarbeiten dauerten mehrere Monate.

Die Faszination der Briefe

Beckmann wird gefragt, wie es sich anfühlte, die Briefe seiner Onkel zum ersten Mal in den Händen zu halten. Er erwähnt, dass er verschiedene Erinnerungen an seine Onkel hatte, obwohl er sie persönlich nie kennengelernt hatte. Ein Foto, das bei seiner Familie zu Hause hing, prägte seine erste Erinnerung an sie. Seine Mutter hatte ihre Brüder durch eine Fotomontage wiedervereint. Als Kind hatte er Angst vor dem Bild, aber als Jugendlicher spielte der Schuhkarton eine große Rolle, in dem seine Mutter die Feldpostbriefe der Brüder aufbewahrte, die sie von verschiedenen Fronten geschickt hatten. Beckmann gesteht, dass er versucht hat, die Briefe zu lesen, aber es fiel ihm schwer, da er die Sütterlinschrift nicht beherrschte. Dank der Unterstützung der Mitarbeiter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, die Erfahrung darin haben, solche Briefe zu transkribieren, konnte er sie dennoch in sein Buch integrieren.

Die Verbindung von Geschichte und Familiengeschichte

Beckmann wird gefragt, ob er von Anfang an geplant hatte, die Familiengeschichte in den historischen Kontext einzubetten. Er erklärt, dass er einige Wochen und Experimente gebraucht hat, um herauszufinden, wie er dies am besten tun konnte. Irgendwann kam er zu dem Schluss, dass er den historischen Faden brauchte, um zu erklären, wie der Nationalsozialismus in einem so kleinen Dorf wie Wellingholzhausen Fuß fassen konnte. Dort hatte die Kirche großen Einfluss, Politik interessierte die Menschen wenig. Der Nationalsozialismus war nicht willkommen, aber die SA hat den Ort regelrecht “erobert”, indem sie Druck auf die Menschen ausübte und beispielsweise den Schuldirektor austauschte, um mit dem Propagandaunterricht zu beginnen. Beckmann spricht auch seine Enttäuschung darüber aus, dass die katholische Kirche nicht widerstandsfähiger war. Er stellt fest, dass es eine große Figur bräuchte, um den “ganzen Laden” aufzuräumen.

Die Herausforderung des Schreibens

Beckmann wird gefragt, wie viel Freiheit er sich beim Schreiben seines Buches genommen hat. Er erklärt, dass er dem Buch eine erzählerische Form geben wollte, damit die Leser der Geschichte gerne folgen können. Glücklicherweise hatte er viele Erinnerungen seiner Mutter aufgezeichnet, anhand derer er auch die Stimmung einfangen konnte. Die Figuren aus der Nachbarschaft, die er in seinem Buch zitiert, sind Menschen, die er kennt, da er als Kind oft seine Sommerferien in Wellingholzhausen verbrachte. Die Menschen und sogar die Stiefeltern seiner Mutter sind ihm noch immer vertraut. Er betont, dass er keine Charaktere oder Handlungsstränge erfunden hat.

Die Frage nach der eigenen Rolle

In seinem Buch stellt Beckmann bereits zu Beginn die Frage, welcher Mensch er damals gewesen wäre. Auf die Frage, ob es eine Antwort darauf geben könne, antwortet er, dass es keine definitive Antwort gebe. Man müsse sich diese Frage stellen, aber man dürfe nicht behaupten, man selbst hätte Widerstand geleistet oder wäre desertiert. Beckmann erzählt, dass er als Jugendlicher gelegentlich Debatten mit seinem Vater geführt und ihn gefragt habe, wie alle auf Hitler hätten hereinfallen können. Er zitiert auch das Buch “Anmerkungen zu Hitler” des Historikers Sebastian Haffner, der bereits in den 70er Jahren schrieb, dass es außergewöhnlichen Scharfblick und Charakterstärke erfordert hätte, die verborgenen Wurzeln der zukünftigen Katastrophe in Hitlers Leistungen zu erkennen und sich von ihrer Wirkung zu distanzieren. Beckmann merkt an, dass es gut gewesen wäre, wenn er Haffners Ausführungen schon als junger Mensch gekannt hätte, da dies den Konflikt mit seinem Vater wahrscheinlich entschärft hätte.

Die Sorge um die Radikalisierung der Gesellschaft

Mit großer Sorge beobachtet Beckmann das Aufkeimen rechten Gedankenguts in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Er erwähnt insbesondere die Radikalisierung der Mitte der Gesellschaft und warnt davor, dass Aussagen wie “die AfD sei die Schlechte-Laune-Partei” nur weiter zur Unzufriedenheit und Radikalisierung beitragen. Beckmann betont, dass Parteien wie die AfD geschickt darin seien, die Unzufriedenheit der Menschen für ihre Zwecke zu nutzen.

Der Glaube und die Kirche

Auf die Frage, ob er ein gläubiger Mensch sei, antwortet Beckmann, dass er zwar noch in der katholischen Kirche sei, sich jedoch manchmal frage, warum. Er glaube an eine höhere Kraft und Energie, nicht aber an die Institution. Er erwähnt die Enttäuschungen und Missstände, die er erlebt habe und die nicht aufgearbeitet wurden. Er befürwortet eine Reform der Kirche und wünscht sich eine Figur wie Martin Luther, die den “ganzen Laden” aufräumt.

Unbeantwortete Fragen

Zum Schluss wird Beckmann gefragt, welche Frage er seinen Onkeln gerne stellen würde. Er antwortet, dass es einige Fragen gebe, die in den Briefen nicht beantwortet wurden. Insbesondere würde er gerne wissen, was seine Onkel, insbesondere Hans, gesehen haben. Hans war zu Kriegsbeginn in Polen und seine Einheit durch Dörfer gereist, in denen die SS zusammen mit der Wehrmacht Juden ermordete. Beckmann bedauert, dass seine Onkel nicht über solche Themen in den Briefen geschrieben haben, da sie von Prüfstellen kontrolliert wurden und niemanden gefährden wollten. Er erwähnt jedoch, dass Franz in einem Brief offen seine kritische Haltung zum Krieg ausdrückte. Franz heiratete im Oktober 1944 während seines Heimaturlaubs und wurde kurz vor Kriegsende am 16. April getötet.

Fazit

Das Buch “Aenne und ihre Brüder” von Reinhold Beckmann erzählt eine bewegende Familiengeschichte, die eng mit der deutschen Geschichte des Zweiten Weltkriegs verknüpft ist. Beckmanns sorgfältige Recherche und die Verwendung von persönlichen Aufzeichnungen und Briefen machen das Buch zu einer fesselnden und emotionalen Lektüre. Es regt auch zum Nachdenken über die eigenen moralischen Entscheidungen an und wirft wichtige Fragen über Geschichte, Gesellschaft und individuelle Verantwortung auf. Angesichts des Aufkeimens rechter Gedankenguts in Deutschland und Europa ist das Buch “Aenne und ihre Brüder” von großer Aktualität und Relevanz.

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Die Wahrheit hinter den Kulissen: Reinhold Beckmann enthüllt in seinem Buch die Geheimnisse seiner Karriere und das Leben nach dem Fernsehen
<< photo by Emre Bilgiç >>
Das Bild dient nur zur Veranschaulichung und stellt nicht die tatsächliche Situation dar.

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Hans Schmidt

Hallo, ich bin Hans Schmidt. Seit über zehn Jahren arbeite ich als Journalist bei einem der führenden deutschen Nachrichtensender. Meine Spezialität ist politischer Journalismus - besonders internationaler Politik und nationaler Politik. Ich strebe immer danach, den Zuschauern die genauesten und aktuellsten Informationen zu liefern.

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