Reformationstag: Wo der 31. Oktober ein Feiertag ist
Einleitung
Am 31. Oktober feiern wir den Reformationstag, der in einigen Bundesländern Deutschlands ein gesetzlicher Feiertag ist. Dieser Tag hat einen historischen Hintergrund und ist eng mit der Geschichte der katholischen und evangelischen Kirche verbunden. In diesem Artikel wollen wir einen Überblick über den Ursprung und die Bedeutung des Reformationstags geben und aufzeigen, in welchen Bundesländern er ein Feiertag ist.
Entstehung und Bedeutung des Reformationstags
Der Reformationstag wird jedes Jahr am 31. Oktober begangen und gilt als protestantisches Gegenstück zu Allerheiligen, an dem die katholische Kirche all ihrer Heiligen gedenkt. Der Ursprung dieses Tages geht auf Martin Luther zurück, der der Überlieferung nach am Abend vor Allerheiligen im Jahr 1517 in Wittenberg 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche schlug und damit öffentlich Kritik an der katholischen Kirche übte. Insbesondere den Ablasshandel, bei dem man Geld zahlte, um seine Sünden zu erlassen, lehnte Luther ab. Er vertrat die These, dass die Erlösung aller Sünden bereits durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz geschehen sei. Mit seinen Thesen leitete er die Reformation der Kirche ein, die zur Spaltung in katholische und evangelische Konfessionen führte.
Feiertag in einigen Bundesländern
Seit der Wiedervereinigung ist der Reformationstag in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen ein gesetzlicher Feiertag. Im Jahr 2018 haben auch die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag erklärt. In den restlichen Bundesländern, wie Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland, ist der 31. Oktober kein gesetzlicher Feiertag.
Reformationstag in anderen Ländern
In Österreich und der Schweiz ist der 31. Oktober kein gesetzlicher Feiertag, da diese Länder vorwiegend katholisch geprägt sind. In der Schweiz feiern jedoch reformierte Kirchen am ersten Sonntag im November den Reformationssonntag. In Slowenien und Chile wird der Reformationstag hingegen als staatlich anerkannter Feiertag begangen.
Feierlichkeiten und Bräuche zum Reformationstag
Die evangelischen Kirchen laden alljährlich zu besonderen Gottesdiensten mit Abendmahl ein, in denen Martin Luther, seine Thesen und ihre Bedeutung für die heutige Zeit im Mittelpunkt stehen. In einigen Regionen, wie rund um Leipzig und generell in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, ist es Tradition, am 31. Oktober Reformationsbrötchen anzubieten. Diese süßen Gebäcke aus Hefeteig sollen in ihrer Form an die Lutherrose erinnern – das Siegelzeichen Martin Luthers. Rund um Dresden und im Vogtland wird statt der Reformationsbrötchen ein Reformationsbrot gebacken, das deutlich größer ist und aus einem Stollenteig besteht, ähnlich wie ein Osterstollen. Es wird mit Puderzucker bestreut und mit Mandeln verziert.
Fazit
Der Reformationstag hat einen bedeutenden historischen Hintergrund und ist ein Tag, an dem die evangelischen Christen die Reformation und die Thesen Martin Luthers feiern. In einigen Bundesländern Deutschlands ist dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag, während er in den meisten anderen Bundesländern nicht als solcher anerkannt ist. Dennoch wird der Reformationstag von den evangelischen Kirchen mit besonderen Gottesdiensten und regionalen Bräuchen begangen. Es ist eine Gelegenheit, über die Spaltung der Kirche und den Kampf um Einheit oder Spaltung nachzudenken und die Bedeutung der Reformation für die heutige Zeit zu reflektieren.
<< photo by Clark Van Der Beken >>
Das Bild dient nur zur Veranschaulichung und stellt nicht die tatsächliche Situation dar.