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Unter der Oberfläche: Missbrauchsvorwürfe gegen deutschen Kardinal erschüttern die Kirche

Unter der Oberfläche: Missbrauchsvorwürfe gegen deutschen Kardinal erschüttern die Kirche

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Missbrauchsvorwürfe gegen deutschen Kardinal erschüttern die katholische Kirche

Schwerer Verdacht gegen Kardinal Franz Hengsbach

Die katholische Kirche in Deutschland steht erneut vor einem gravierenden Skandal. Dieses Mal sind Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen deutschen Kardinal Franz Hengsbach ans Licht gekommen. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre Hengsbach der erste höchstrangige katholische Geistliche in Deutschland, dem eigener Missbrauch nachgewiesen wird.

Hengsbach, einer der prominentesten Kirchenmänner der deutschen Nachkriegsgeschichte, war der Gründungsbischof des Ruhrbistums und später Kardinal. Er hatte das neue Bistum im größten deutschen Ballungsraum im Jahr 1958 begründet und bis zu seinem Tod im Jahr 1991 geleitet. Zuvor war er Weihbischof in Paderborn. Die Missbrauchsvorwürfe beziehen sich auf seine Zeit als Weihbischof.

Missbrauchsvorwurf aus dem Jahr 1954

Ein Fall aus dem Jahr 1954 wirft einen schweren Schatten auf Hengsbachs Vergangenheit. Eine 16-jährige Jugendliche meldete sich im Juni 2011 und zeigte sowohl Franz Hengsbach als auch seinen 2018 verstorbenen Bruder Paul Hengsbach, ebenfalls Priester, wegen Missbrauchs an. Die Vorwürfe wurden damals als “nicht plausibel” abgewiesen, die Frau erhielt kein Geld. Aus heutiger Sicht und nach erneuter Prüfung müssen diese Einschätzungen jedoch deutlich in Frage gestellt werden, wie das Erzbistum Paderborn mitteilte.

In einem weiteren Fall aus dem Jahr 1967 hat eine anonym bleibende betroffene Person einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff durch Bischof Hengsbach angezeigt. Die Ermittlungen zu diesem Fall laufen noch.

Ein tiefer Makel für die katholische Kirche

Die Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Hengsbach werfen ein erneutes Schlaglicht auf das systemische Problem des Missbrauchs in der katholischen Kirche. Trotz wiederholter Zusagen der Kirche, solche Taten aufzudecken und angemessen zu ahnden, kommen immer wieder neue Fälle ans Licht.

Die Betroffenen sind oft frustriert über die Selbstaufklärung der Kirche und fordern eine unabhängige Aufarbeitung und Gerechtigkeit. Der Skandal um Kardinal Hengsbach zeigt, dass es weiterhin eine oberflächliche Behandlung des Problems gibt. Es bedarf einer grundsätzlichen Veränderung in der katholischen Kirche, um das Vertrauen der Gläubigen zurückzugewinnen.

Ein Appell an die Katholische Kirche

Es ist an der Zeit, dass die katholische Kirche den Missbrauchsskandal nicht nur als Einzelfälle betrachtet, sondern das systemische Problem anerkennt und konkrete Maßnahmen ergreift, um Missbrauch zu verhindern und Betroffene gerecht zu behandeln. Eine unabhängige Aufarbeitung und Transparenz sind entscheidend, um das Vertrauen der Gläubigen zurückzugewinnen und sicherzustellen, dass solche Taten nicht länger vertuscht werden.

Die Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Hengsbach sind ein erneuter Weckruf für die katholische Kirche, um ihre Versprechen endlich in die Tat umzusetzen. Es liegt in der Verantwortung der Kirche, ihre Institution zu reformieren und das Leiden der Betroffenen anzuerkennen und zu lindern. Nur so kann die katholische Kirche wieder ihrem Anspruch als moralische Instanz gerecht werden.

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<< photo by Larissa Farber >>
Das Bild dient nur zur Veranschaulichung und stellt nicht die tatsächliche Situation dar.

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Hans Schmidt

Hallo, ich bin Hans Schmidt. Seit über zehn Jahren arbeite ich als Journalist bei einem der führenden deutschen Nachrichtensender. Meine Spezialität ist politischer Journalismus - besonders internationaler Politik und nationaler Politik. Ich strebe immer danach, den Zuschauern die genauesten und aktuellsten Informationen zu liefern.

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